Tag 4 – Dein Hassbuch

von hammwanich

Nach Liebe, jetzt Hass. Und mir fällt es genau so schwer. Nicht, weil es so viele Bücher gibt die ich hasse, sondern weil ich Bücher nicht hassen kann. Das Buch kann ja am wenigsten dafür, wenn es blöd ist. Eigentlich garnix. Wenn schon, dann müsste ich den Autor hassen oder den Übersetzer oder beide. Das kann ich aber auch nicht, weil mich der Autor oder der Übersetzer ja nicht bei Wasser und Brot im Keller anketten und mich zwingen ihr Buch zu lesen. Wenn ich ein Buch schlecht finde, lege ich es weg. Punkt.

Trotzdem, die Frage will beantwortet werden. Nun denn. Neben diversen Abgründen „lesbischer Literatur“* ist mir bis jetzt erst ein Buch begegnet, das ich dem Autor gerne mal rechts und links um die Ohren gehauen hätte: Der träumende Delphin von Sergio Bambaren. Das Buch funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Man nehme Die Möwe Jonathan von Richard Bach, ersetze Jonathan durch den Delphin Daniel, drehe den Inhalt noch einmal durch einen Metaphern-Fleischwolf, würze das Ganze mit einer Doppeldosis Kitsch und füge 40 Kilogramm mangelndes Sprachtalent hinzu. Et voila, fertig ist der Bestseller.

*Diese Abgründe sind weit und tief und mannigfaltig. Die lesbische Literatur ist quasi ein Eisberg an schlechten Romanen, auf dessen Spitze ein kleiner Stapel guter Bücher ruht. Und mich beschleicht manchmal das Gefühl, es gibt da eine große Angst ein gutes Buch zuviel zu produzieren, woraufhin der ganze Bücherstapel ins wanken geraten und auf Nimmerwiedersehen im kalten Polarmeer verschwinden könnte. Alle anderen Theorien die ich dazu habe, behalte ich lieber für mich. Die sind nicht so nett.

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